Meine erste Nahost Erfahrung

Es gibt eine Touristen- und eine Verkehrs- Polizei, eine Dead Sea Civil Defence, Kamele, im Norden aber nur ein paar, viiieeele Autos, Berge und super leckeres Essen. Dies gern in Form von Brot, Eiern und natürlich Hummus.
Viel Platz mit viel Müll, kleine jordanische Bananen, Höhenunterschiede, wo man oben durch eine Wolke fährt und unten das Tote Meer bei über 400m unter 0 mit berauschender Wirkung liegt.
Außerdem lange Kleider und Mäntel für mich, die bis zum Boden reichen und Straßenkontrollen bei denen unser arabischer Fahrer gefragt wird, wen er durch die Gegend fährt.
Männer mit Maschinengewehren und dem metallenen Band zum zerstechen der Reifen, die den Premierminister bewachen, in dessen Nachbarschaft wir wohnen.
Man darf anscheinend am Steuer telefonieren und in Restaurants kann man noch rauchen. Es sind Aschenbecher auf den Tischen, obwohl an der Wand Nichtraucherschilder sind.
Es gibt einen wie aus Bordstein gefertigten Wall-artigen Mittelstreifen der einen tatsächlich daran hindert zu überholen, zweispurige Straßen, die die Jordanier einfach zu drei Spuren machen und dreispurige, wo die Mittlere von beiden Seiten zum überholen genutzt wird. Dann noch filmreife Überholaktionen bei denen Unsereins immer vor Schreck den Atem durch die Zähne zieht.
Viele SUVs und noch größere, Monstertruck ähnliche Autos von denen ich den Hersteller nicht kenne. Beduinen mit Schafen und Ziegen, Kinderarbeit und Knafeh, eine herrlich schmeckende Süßspeise mit Käse.
Jede Menge Straßenverkäufer, die anscheinend keine Steuern zahlen, lustig blinkende Autoleuchten, die bei uns verboten sind und die Benutzung der Rettungsgasse des Krankenwagen, um durch den Stau zu kommen.
Viele Landesflaggen und Palästinenser ohne Land, aber mit eigener Botschaft.
Am Tisch einer Familie wird mit den Fingern gegessen, Freitag ist Sonntag und wenn es ans Mittagsgebet geht, verschwindet die männliche Belegschaft in Form aller Kellner und Köche aus dem Restaurant, um zum Beten in die nahegelegene Moschee zu gehen.
Beim Frisör raucht meine Sitznachbarin und es ist niemand da, der Englisch spricht. Dennoch bekomme ich Farbe und Haarschnitt und ein Uber Taxi für den Heimweg organisiert.
Die Unterschiede zu Europa sind spannend und schön anzusehen. Dann wiederum ist die Globalisierung allerdings stark zu spüren, denn es gibt IKEA, McDonalds, Burger King und Starbucks, der am Flughafen leider der einzig auffindbare Kaffeeladen ist.
Ich werde definitiv wieder hinfahren, nur bleibt es fraglich, ob die unter der berauschenden Wirkung des Toten Meeres geplante Bananenplantage tatsächlich zu Stande kommt.


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